Aktuelles

  • Soziale Unternehmen: Spörgelhof unter den 15 Besten

    Der Spörgelhof gehört zu den 15 besten sozialen Unternehmen Berlins. Beim Wettbewerb „Berlins Soziale Unternehmen 2024″ setzte sich unsere Solawi-Genossenschaft gegen starke Konkurrenz durch: 80 Projekte und Betriebe hatten teilgenommen.

    Was hinter dem Preis steckt

    Der Preis wird von Social Economy Berlin vergeben – einem Projekt des Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland e.V. (SEND) und des Technologie-Netzwerk Berlin e.V., gefördert von der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft und in Kooperation mit dem Impact Hub Berlin und der IHK Berlin. Ausgezeichnet werden laut Ausschreibung Projekte, die „bereits nachweislich positive Wirkung in und um Berlin erzielt haben“.

    Warum wir teilgenommen haben

    Wir finden: Mit dem Aufbau unseres genossenschaftlich organisierten, solidarischen Betriebs stellt der Spörgelhof diese positive Wirkung mit jeder Gemüseernte unter Beweis – für die Menschen in Berlin und Barnim genauso wie für Boden, Wasser und Artenvielfalt auf unserem Acker. Also haben wir die langen Fragebögen ausgefüllt und uns dem achtköpfigen Jury-Urteil gestellt.

    Das Ergebnis: Top 15 von 80

    Einen der mit Preisgeld dotierten ersten drei Plätze haben wir nicht erreicht – dafür ist die Platzierung unter den besten 15 sozialen Unternehmen Berlins für eine Gemüsegenossenschaft mit rund 130 Haushalten ein starkes Signal:

    Es ist eine großartige Leistung, unter die TOP 15 gekommen zu sein – herzlichen Glückwunsch zu dieser beeindruckenden Platzierung!

    Social Economy Berlin, Initiator:innen des Preises „Berlins Soziale Unternehmen 2024″

    Solidarische Landwirtschaft wirkt – sozial und ökologisch

    Für uns ist die Auszeichnung Bestätigung und Ansporn zugleich: Solidarische Landwirtschaft verbindet faire Arbeitsbedingungen, demokratische Mitbestimmung und regenerativen Anbau. Wer das unterstützen – oder einfach richtig gutes Gemüse beziehen – möchte: Wir nehmen Mitglieder auf.

  • Vom Einsatztag zum Mitmachtag: mehr als Arbeit auf dem Acker

    Januar 2024 – Unsere monatlichen Hoftage hießen lange „Einsatztage“ – inzwischen heißen sie Mitmachtage. Warum der neue Name viel besser passt, erzählt Anne, Mitglied im Spörgelhof-Vorstand, in ihrem sehr persönlichen Rückblick.

    Ein Einsatztag, der keiner war

    Anfang 2022 wurde ich Mitglied des Spörgelhofs und begann, meine Portion in Kreuzberg abzuholen – erst in der Wartenburgstraße, später in der neuen Station im Möckernkiez. Als ich Mitglied wurde, kannte ich den Hof nur vom Hörensagen, von den Erzählungen meiner Abholstation und natürlich aus dem Internet.

    Der Hofbesuch war keine Pflicht für die Mitgliedschaft, sondern eine starke Empfehlung. Ich erhielt die Einladungen, fuhr zu meinem ersten Einsatztag mit Bahn und Rad und arbeitete auf dem Acker mit – Einsatztag eben. Und ich erlebte, dass dieser Tag für mich viel, viel mehr ist, als nur Arbeit abzuliefern und meine für den Acker und die Pflänzchen ungeübte städtische Muskelkraft zum Einsatz zu bringen.

    Mit jedem neuen Tag, den ich auf dem Hof und dem Acker mit Pflanzen, Menschen, Regen und Sonne verbrachte, fühlte ich mich reich beschenkt. Meine Begeisterung über die Begegnungen und Gespräche mit den anderen Ackernden nahm ich mit nach Hause.

    Vieles geht mit vielen viel einfacher

    Inzwischen gehört auch für meinen Freund der monatliche, sonntägliche Spörgelhofbesuch zu den wichtigen Terminen der Lebensbereicherung: das Erstaunen, mit 30 Menschen mal eben eine Wasserleitung ein Beet weiter zu heben oder ruckzuck die ganze Pflanzlinie von den nicht erwünschten Pflänzchen zu befreien. Wie mühsam ist es doch, Schnecken und Raupen abzusammeln oder in der Hitze das Beikraut um kleine Möhrensprösslinge zu zweit und mit einer unendlich langen Möhren-Reihe vor Augen zu entfernen. Unmengen von Chinakohl zu Kimchi und Kohl zu Sauerkraut zu verarbeiten, geht einfach mit vielen viel einfacher.

    Die Kürbisernte ist ein Highlight, nicht nur für mich: meine Enkelin zu erleben, wie sie jeden Kürbis vorsichtig vom Boden aufhebt und „Schere!“ ruft, falls sich doch noch ein Kürbis unter den Blättern versteckt hat – wie sie am Ende auf dem Anhänger mit den Kürbisbergen zurückfahren darf und anschließend mit viel Freude auf dem Hof spielt, schaukelt und aufs Baumhaus klettert.

    Bei all diesen Arbeiten, beim gemeinsamen Hin- und Zurückfahren, beim Mittagsbuffet mit den verschiedensten Leckereien und beim abschließenden Baden gibt es immer interessante, anregende und überraschende Gespräche mit Menschen, die gute Gründe haben, auch etwas anders machen zu wollen.

    Aus Einsatz wird Mitmachen

    Viel habe ich in der zurückliegenden Zeit erlebt, erfahren, gehört, gefühlt, begriffen, gelernt und geschmeckt. Danke an alle, die mich dazu angeregt haben, aus dem Einsatz einen Mitmachtag zu machen – und an die, die diese Umformulierung unterstützen. Ich freue mich auf weiteres gemeinsames Mitmachen.


    Lust mitzumachen? Alle Termine und Infos zu den Mitmachtagen findest du auf der Seite Mitmachtage. Auch ohne Mitgliedschaft kannst du den Hof so kennenlernen – und danach vielleicht deinen Ernteanteil anfragen.