Autor: Redaktion

  • FÖJ und Praktikum auf dem Spörgelhof: drei neue Gesichter im Interview

    Dezember 2025 – Marjetta, Anne und Emma sind seit Herbst Teil der Spörgelhofgemeinschaft. Marjetta und Anne machen ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ), Emma absolviert ihr Vorpraktikum für die biologisch-dynamische Ausbildung. Wir haben die drei gefragt, wie es ihnen auf dem Hof geht.

    Warum habt ihr den Spörgelhof ausgewählt?

    Marjetta: Ich habe mich für den Spörgelhof entschieden, da ich mich während meines Abiturs mit dem Konzept der Solawis beschäftigt habe. Als ich den Spörgelhof dann als mögliche FÖJ-Einsatzstelle gefunden habe, war die Entscheidung für mich klar. Ich finde die nachhaltigen Strukturen und das Zusammenleben auf dem Hof sehr inspirierend.

    Anne: Ich habe mich für den Spörgelhof entschieden, weil er eine Solawi-Struktur hat und dort eine Gemeinschaft lebt. Ich finde die Werte und Ziele der Genossenschaft und der Gemeinschaft so relevant und wertvoll und bin sehr begeistert, in einem solchen Projekt zu arbeiten und zu leben.

    Emma: Durch die positive Erfahrung einer Freundin bin ich auf den Spörgelhof gestoßen. Außerdem wollte ich in einer Solawi arbeiten und die Methoden und Praktiken kennenlernen. Nach meinem ersten Probetag war ich total begeistert vom gemeinsamen Hofleben, der Natur und der Arbeitsatmosphäre.

    Was ist eure Lieblingsbeschäftigung auf dem Hof?

    Alle drei: Die Ernte macht uns mit am meisten Spaß – besonders Tomaten, Möhren und Mais. Auch die Bodenbearbeitung wie Hacken und Auflockern sowie kleine handwerkliche Arbeiten machen wir gern. Und wir sind immer motiviert, für die Mitarbeitenden und Bewohner*innen des Spörgelhofs mittags zu kochen.

    Wie findet ihr die Arbeit auf einer Solawi?

    Alle drei: Das Konzept einer Solawi ist total praktisch und sinnvoll. Die Mitglieder kommen durch die Einsatztage in direkten Kontakt mit ihrem Gemüse und den Gärtner*innen. Dieser Austausch ist sehr wertvoll, und wir haben Spaß an den gemeinsamen Aktivitäten wie Hoffesten, Soliparty oder Plena. Zudem finden wir es sinnvoll, dass 100 % des Gemüseertrags an die Mitglieder verteilt werden – so findet keine Lebensmittelverschwendung statt.

    Wollt ihr später etwas mit ökologischer Landwirtschaft machen?

    Marjetta: Ich habe mich für das FÖJ entschieden, ohne den Plan, dauerhaft in der Landwirtschaft zu arbeiten. Ich wollte nach der Schule erstmal etwas anderes machen und eine positive Auswirkung auf die Umwelt haben. Das ist auch für die Zeit nach dem FÖJ der Plan – wahrscheinlich aber nicht in der Landwirtschaft, sondern durch aktivistische und Alltagsentscheidungen. Nach dem FÖJ will ich nach aktuellem Stand Literatur studieren.

    Anne: Ich habe die letzten drei Jahre Architektur studiert und nutze dieses freie ökologische Jahr, um mir über meine zukünftigen Pläne Gedanken zu machen. Ich überlege noch, ob ich weiter Architektur studiere oder mich lieber einem praktischeren Beruf zuwende, der noch stärker mit der Umwelt verbunden ist.

    Emma: Momentan absolviere ich mein Vorpraktikum für die biologisch-dynamische Ausbildung auf dem Spörgelhof. Ich bin motiviert, im Berufsfeld der ökologischen Landwirtschaft aktiv zu sein, mitzuwirken und immer Neues dazuzulernen.


    Auch Lust auf ein FÖJ, Praktikum oder eine Ausbildung auf dem Spörgelhof? Alle Infos findest du unter FÖJ, Praktikum, Ausbildung & Jobs – oder komm zu einem Mitmachtag und lerne den Hof kennen.

  • Umsturzgefährdete Pappeln auf dem Weg zum Spörgelhof

    Die Gefahr durch umsturzgefährdete Pappeln besteht weiter.

    Auf dem Wiesenweg, der durch einen Wald zum Spörgelhofführt, befinden sich derzeit elf Pappeln, die von Umsturz bedroht sind und daher eine erhebliche Gefahr darstellen.

    Aus Sicherheitsgründen bitten wir euch, diesen Weg in dem Abschnitt ab sofort nicht mehr zu nutzen – weder zu Fuß noch mit dem Auto. Unten findet ihr eine kleine Grafik zur neuen Route.

    Mittlerweile ist der Weg wieder gefahrenlos passierbar.

  • Mindestlohn in der Landwirtschaft: Was faire Löhne für unsere Solawi bedeuten

    Mindestlohn steigt bis 2027 auf 14,60 Euro

    Vor wenigen Tagen hat die Mindestlohnkommission aus Gewerkschafts- und Arbeitgebervertreter*innen beschlossen, den Mindestlohn in Deutschland in zwei Schritten bis 2027 auf 14,60 Euro anzuheben (ab 2026 gibt es zunächst 13,90 Euro). Während aus Perspektive der Arbeitnehmenden Enttäuschung vorherrscht, dass das Wahlversprechen der SPD von 15 Euro verfehlt wird, klagen Arbeitgebende über den Kostendruck.

    Warum die Landwirtschaft besonders betroffen ist

    Vor allem in der Landwirtschaft fallen die Löhne niedrig aus, um Rentabilität zu garantieren. Entsprechend laut kritisieren Bäuer*innen-Verbände die Anhebung des Mindestlohns und geben die Schuld an die Verbraucher*innen weiter, die nicht bereit seien, mehr Geld für Obst und Gemüse auszugeben.

    Und in der solidarischen Landwirtschaft? Auch wenn wir versuchen, unserem Gemüse kein Preisschild anzuhängen, besteht ein ähnlicher Konflikt: Während wir uns einig sind, unserem Gärtnerei-Team und allen Angestellten einen möglichst hohen Lohn zu zahlen, müssen diese Kosten auch von der Gemeinschaft getragen werden. Dies wirkt sich auf die monatlichen Beiträge und den Richtwert aus, die wiederum eine Entscheidungsgrundlage für Neumitglieder oder Aussteigende sind.

    Faire Löhne als solidarische Aufgabe der Gemeinschaft

    Als Gemeinschaft beweisen wir bereits, dass uns Ernährung und nachhaltige Gemüseproduktion mehr wert ist, als der freie Markt vorgibt. Doch sollten wir weiter darüber reflektieren, wie wir als Genoss*innenschaft wirklich faire Löhne ermöglichen und gleichzeitig Solidarität leben können. Momentan verdienen die Angestellten entweder Mindestlohn oder minimal darüber und auch ohne die unbezahlte Mitarbeit von Freiwilligen würden wir die Arbeit in der Gärtnerei nicht schaffen.

    Lest weiter im Artikel: Was Gärtnern wert ist

  • Es wird Sommer, die Beete füllen sich

    Unser Gärtnerei-Team meldet: „Wir sind sehr froh, dass die kalten Nächte vorbei sind.

    Nachdem der April verhältnismäßig warm war, hat die Kälte im Mai uns schon ein bisschen zu Schaffen gemacht. Aber inzwischen sind alle kälteempfindlichen Kulturen gepflanzt.“ Die Kompostbeete sind bis auf den letzten Zentimeter gefüllt mit unterschiedlichstem Gemüse.

    Sehr viel Arbeit ist in den letzten Wochen in die Pflanzung und die Pflege der Tomaten, Gurken et cetera geflossen. So langsam nehmen auch die Traktorbeete Fahrt auf: Die Kürbisse und Zucchini sind gepflanzt und die Vorbereitungen für die nächsten großen Pflanzungen laufen. Dazu gehört auch die Mulchernte auf der Fläche in der Nähe von Rüdnitz, der auf unseren Feldern eingesetzt wird.

  • Was Gärtnern wert ist: Löhne und gute Arbeit in der solidarischen Landwirtschaft

    Zwischen Ehrenamt und Lohnarbeit: Arbeiten in einer Solawi

    Eng mit der Frage nach einer gerechteren, zukunftsfähigeren und kreisförmigen Wirtschaft verbunden ist auch die Frage nach der guten Arbeit. In solidarischen Projekten wie unserem bestehen oft besondere Strukturen, in denen sich Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverhältnisse überlappen, ehrenamtliches Engagement und Lohnarbeit ineinander übergehen und zum Beispiel Wohnen, Leben und Arbeiten am selben Ort stattfinden. Das bringt sowohl Chancen als auch Hürden mit sich. Die Arbeitsbedingungen in kleineren Genoss*innenschaften, die zudem solidarisch agieren wollen, sind nicht immer so ideal, wie wir gern hätten. 

    Gute Arbeit als Grundelement solidarischer Landwirtschaft

    Dabei sollte gute Arbeit – ein Lohn, von dem man (auch mit Familie) sicher leben und eine Altersvorsorge abschließen kann, sowie verlässlich begrenzte Arbeitszeiten – als Grundelement der Solawi begriffen werden. Hier treffen sich stets die Perspektiven von Arbeitnehmerinnen („Wir müssen uns das Leben leisten können“) mit den von Arbeitgeberinnen („Wir müssen uns die Löhne leisten können“). 

    Was verdienen Gärtner:innen? Die Zahlen aus dem Entgeltatlas

    Aber was sind die konkreten Zahlen? Im Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit lässt sich das Gehalt von Gärtner*innen in der Landwirtschaft einsehen. Es liegt im Durchschnitt bei 3.083 Euro im Monat, vollbeschäftigt, mit einer Gender-Paygap von 118 Euro zum Nachteil weiblicher Beschäftigter. In Berlin liegt der Monatsdurchschnitt bei 2.826 Euro. (Stand: Entgeltatlas 2025)

    Wie sich die Mindestlohn-Erhöhung auf unsere Solawi auswirkt, lest ihr hier: Mindestlohn in der Landwirtschaft: Was faire Löhne für unsere Solawi bedeuten

  • Spörgelhof schreibt schwarze Zahlen

    Der Spörgelhof fährt nicht nur auf dem Feld, sondern auch finanziell eine gute Ernte ein. Auf der Mitgliederversammlung der Genossenschaft am 18.11.2023 berichteten Vorstand und Aufsichtsrat, dass nach den erwarteten Anfangsverlusten 2021 und 2022 im Geschäftsjahr 2023 erstmals ein Überschuss von 6.220,59 € verbucht werden konnte.

    Bereits im Jahr 2025 soll daher mit der Rückzahlung der zinslosen Darlehen begonnen werden, die 2022 aufgenommen wurden, um wichtige Investitionen in Maschinen und Infrastruktur zu finanzieren.

  • Soziale Unternehmen: Spörgelhof unter den 15 Besten

    Der Spörgelhof gehört zu den 15 besten sozialen Unternehmen Berlins. Beim Wettbewerb „Berlins Soziale Unternehmen 2024″ setzte sich unsere Solawi-Genossenschaft gegen starke Konkurrenz durch: 80 Projekte und Betriebe hatten teilgenommen.

    Was hinter dem Preis steckt

    Der Preis wird von Social Economy Berlin vergeben – einem Projekt des Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland e.V. (SEND) und des Technologie-Netzwerk Berlin e.V., gefördert von der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft und in Kooperation mit dem Impact Hub Berlin und der IHK Berlin. Ausgezeichnet werden laut Ausschreibung Projekte, die „bereits nachweislich positive Wirkung in und um Berlin erzielt haben“.

    Warum wir teilgenommen haben

    Wir finden: Mit dem Aufbau unseres genossenschaftlich organisierten, solidarischen Betriebs stellt der Spörgelhof diese positive Wirkung mit jeder Gemüseernte unter Beweis – für die Menschen in Berlin und Barnim genauso wie für Boden, Wasser und Artenvielfalt auf unserem Acker. Also haben wir die langen Fragebögen ausgefüllt und uns dem achtköpfigen Jury-Urteil gestellt.

    Das Ergebnis: Top 15 von 80

    Einen der mit Preisgeld dotierten ersten drei Plätze haben wir nicht erreicht – dafür ist die Platzierung unter den besten 15 sozialen Unternehmen Berlins für eine Gemüsegenossenschaft mit rund 130 Haushalten ein starkes Signal:

    Es ist eine großartige Leistung, unter die TOP 15 gekommen zu sein – herzlichen Glückwunsch zu dieser beeindruckenden Platzierung!

    Social Economy Berlin, Initiator:innen des Preises „Berlins Soziale Unternehmen 2024″

    Solidarische Landwirtschaft wirkt – sozial und ökologisch

    Für uns ist die Auszeichnung Bestätigung und Ansporn zugleich: Solidarische Landwirtschaft verbindet faire Arbeitsbedingungen, demokratische Mitbestimmung und regenerativen Anbau. Wer das unterstützen – oder einfach richtig gutes Gemüse beziehen – möchte: Wir nehmen Mitglieder auf.

  • Vom Einsatztag zum Mitmachtag: mehr als Arbeit auf dem Acker

    Januar 2024 – Unsere monatlichen Hoftage hießen lange „Einsatztage“ – inzwischen heißen sie Mitmachtage. Warum der neue Name viel besser passt, erzählt Anne, Mitglied im Spörgelhof-Vorstand, in ihrem sehr persönlichen Rückblick.

    Ein Einsatztag, der keiner war

    Anfang 2022 wurde ich Mitglied des Spörgelhofs und begann, meine Portion in Kreuzberg abzuholen – erst in der Wartenburgstraße, später in der neuen Station im Möckernkiez. Als ich Mitglied wurde, kannte ich den Hof nur vom Hörensagen, von den Erzählungen meiner Abholstation und natürlich aus dem Internet.

    Der Hofbesuch war keine Pflicht für die Mitgliedschaft, sondern eine starke Empfehlung. Ich erhielt die Einladungen, fuhr zu meinem ersten Einsatztag mit Bahn und Rad und arbeitete auf dem Acker mit – Einsatztag eben. Und ich erlebte, dass dieser Tag für mich viel, viel mehr ist, als nur Arbeit abzuliefern und meine für den Acker und die Pflänzchen ungeübte städtische Muskelkraft zum Einsatz zu bringen.

    Mit jedem neuen Tag, den ich auf dem Hof und dem Acker mit Pflanzen, Menschen, Regen und Sonne verbrachte, fühlte ich mich reich beschenkt. Meine Begeisterung über die Begegnungen und Gespräche mit den anderen Ackernden nahm ich mit nach Hause.

    Vieles geht mit vielen viel einfacher

    Inzwischen gehört auch für meinen Freund der monatliche, sonntägliche Spörgelhofbesuch zu den wichtigen Terminen der Lebensbereicherung: das Erstaunen, mit 30 Menschen mal eben eine Wasserleitung ein Beet weiter zu heben oder ruckzuck die ganze Pflanzlinie von den nicht erwünschten Pflänzchen zu befreien. Wie mühsam ist es doch, Schnecken und Raupen abzusammeln oder in der Hitze das Beikraut um kleine Möhrensprösslinge zu zweit und mit einer unendlich langen Möhren-Reihe vor Augen zu entfernen. Unmengen von Chinakohl zu Kimchi und Kohl zu Sauerkraut zu verarbeiten, geht einfach mit vielen viel einfacher.

    Die Kürbisernte ist ein Highlight, nicht nur für mich: meine Enkelin zu erleben, wie sie jeden Kürbis vorsichtig vom Boden aufhebt und „Schere!“ ruft, falls sich doch noch ein Kürbis unter den Blättern versteckt hat – wie sie am Ende auf dem Anhänger mit den Kürbisbergen zurückfahren darf und anschließend mit viel Freude auf dem Hof spielt, schaukelt und aufs Baumhaus klettert.

    Bei all diesen Arbeiten, beim gemeinsamen Hin- und Zurückfahren, beim Mittagsbuffet mit den verschiedensten Leckereien und beim abschließenden Baden gibt es immer interessante, anregende und überraschende Gespräche mit Menschen, die gute Gründe haben, auch etwas anders machen zu wollen.

    Aus Einsatz wird Mitmachen

    Viel habe ich in der zurückliegenden Zeit erlebt, erfahren, gehört, gefühlt, begriffen, gelernt und geschmeckt. Danke an alle, die mich dazu angeregt haben, aus dem Einsatz einen Mitmachtag zu machen – und an die, die diese Umformulierung unterstützen. Ich freue mich auf weiteres gemeinsames Mitmachen.


    Lust mitzumachen? Alle Termine und Infos zu den Mitmachtagen findest du auf der Seite Mitmachtage. Auch ohne Mitgliedschaft kannst du den Hof so kennenlernen – und danach vielleicht deinen Ernteanteil anfragen.